Was tun bei kurzfristigem Platzmangel im Unternehmen?

By: Alexander R.

Was tun bei kurzfristigem Platzmangel im Unternehmen?

Kurzfristiger Platzmangel kann betriebliche Abläufe innerhalb weniger Tage erheblich beeinträchtigen. Zusätzliche Waren treffen früher als geplant ein, Verpackungsmaterial blockiert Verkehrsflächen, ein Auftrag erfordert größere Sicherheitsbestände oder neue Arbeitsplätze werden benötigt, obwohl die vorhandenen Räume bereits ausgelastet sind. Auch Umbauten, saisonale Spitzen, eine unerwartet hohe Nachfrage oder Verzögerungen beim Abtransport können dazu führen, dass Lager-, Büro- oder Produktionsflächen plötzlich nicht mehr ausreichen.

Zuerst den tatsächlichen Platzbedarf ermitteln

Unter Zeitdruck wird Platzbedarf häufig überschätzt. Ein voller Lagerraum bedeutet nicht automatisch, dass genau diese Fläche zusätzlich benötigt wird. Teilweise werden Stellplätze durch leere Verpackungen, langsam drehende Bestände, alte Betriebsmittel, Retouren oder ungünstig angeordnete Regale belegt. Eine kurze Flächenanalyse kann deshalb bereits erhebliche Reserven sichtbar machen.

Am Anfang steht eine Einteilung der vorhandenen Gegenstände. Häufig benötigte Waren und Arbeitsmittel bleiben möglichst nah an den relevanten Arbeitsbereichen. Selten benötigte Bestände können in weniger zentrale Bereiche oder externe Lagerflächen verlagert werden. Nicht mehr benötigte Gegenstände sollten verkauft, zurückgegeben, recycelt oder fachgerecht entsorgt werden.

Zusätzlich ist zwischen dauerhaftem und vorübergehendem Platzbedarf zu unterscheiden. Ein saisonaler Warenbestand, der nach sechs Wochen wieder verschwindet, rechtfertigt normalerweise keine langfristige Erweiterung der Betriebsfläche. Anders sieht es aus, wenn Umsatz, Personalbestand oder Produktionsvolumen dauerhaft gewachsen sind und die vorhandenen Räume regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen geraten.

Fläche und Zeitraum gemeinsam betrachten

Für die Auswahl einer geeigneten Lösung sind mindestens vier Größen relevant: benötigte Stell- oder Arbeitsfläche, Zeitraum, Zugriffshäufigkeit und Art der einzulagernden Gegenstände. Ein Unternehmen, das zehn Paletten Verpackungsmaterial für drei Wochen unterbringen muss, benötigt eine andere Lösung als ein Betrieb, der empfindliche Ersatzteile für mehrere Monate auslagert.

Auch die benötigte Zugriffsgeschwindigkeit beeinflusst die Entscheidung. Waren mit täglichem Zugriff sollten nicht an einem weit entfernten Standort eingelagert werden, nur weil dort die Miete günstiger ist. Die eingesparten Raumkosten können durch zusätzliche Fahrten, Arbeitszeit und Transportaufwand schnell wieder verloren gehen.

Bei der Analyse sollten außerdem geplante Wareneingänge berücksichtigt werden. Wird lediglich der aktuelle Bestand betrachtet, kann eine vermeintlich ausreichende Zwischenlösung schon nach wenigen Tagen erneut ausgelastet sein. Sinnvoll ist deshalb ein kleiner Kapazitätspuffer, insbesondere bei schwankenden Liefermengen.

Vorhandene Flächen besser nutzen

Bevor externe Räume angemietet werden, lohnt sich eine systematische Prüfung der bestehenden Betriebsfläche. In vielen Unternehmen entwickelt sich die Raumnutzung über Jahre hinweg. Regale werden ergänzt, Maschinen versetzt, Archivkartons abgestellt und freie Ecken nach und nach belegt. Was einzeln sinnvoll erschien, kann in der Summe zu einer ineffizienten Flächennutzung führen.

Besonders viel Potenzial steckt häufig in der vertikalen Nutzung. Geeignete Regalsysteme können die vorhandene Raumhöhe besser ausnutzen, sofern Tragfähigkeit, sichere Bedienung und die Anforderungen der gelagerten Güter berücksichtigt werden. Bodenfläche, die bislang ausschließlich durch einzelne Kartons oder niedrig gestapelte Behälter belegt wird, lässt sich dadurch wesentlich effizienter verwenden.

Ebenso hilfreich ist eine Analyse der Lagerstruktur. Schnell drehende Artikel gehören an gut erreichbare Positionen. Langsam drehende Waren können weiter hinten oder in höheren Ebenen gelagert werden. Zusammengehörige Materialien sollten möglichst gemeinsam organisiert werden, damit Suchzeiten und unnötige Wege sinken.

Versteckte Flächenfresser identifizieren

Besonders kritisch sind Bestände ohne klare Zuständigkeit. Alte Messematerialien, Ersatzmöbel, defekte Geräte, nicht mehr benötigte Akten oder Verpackungsmaterial werden häufig über lange Zeit aufbewahrt, weil keine Entscheidung über ihre weitere Verwendung getroffen wurde.

Eine einfache Kennzeichnung nach Kategorien schafft Transparenz: regelmäßig benötigt, gelegentlich benötigt, vorübergehend aufzubewahren und nicht mehr erforderlich. Daraus ergibt sich schnell, welche Gegenstände am Hauptstandort verbleiben müssen und welche ausgelagert werden können.

Dabei darf Flächenoptimierung nicht mit maximaler Verdichtung verwechselt werden. Verkehrs- und Fluchtwege müssen nutzbar bleiben. Auch Arbeitsplätze benötigen ausreichende Bewegungsflächen. Zusätzliche Kartons in Gängen, zugestellte Türen oder provisorisch belegte Verkehrsbereiche sind daher keine geeignete Lösung für betrieblichen Platzmangel.

Gerade bei kurzfristigen Engpässen besteht die Gefahr, dass aus einer improvisierten Ablage nach einigen Wochen ein Dauerzustand wird. Temporäre Flächen sollten deshalb eindeutig gekennzeichnet und mit einem Termin für Räumung oder erneute Prüfung versehen werden.

Externe Lagerfläche kurzfristig nutzen

Reicht eine interne Neuorganisation nicht aus, gehört die Auslagerung von Beständen zu den flexibelsten Lösungen. Dabei muss nicht zwangsläufig eine komplette Lagerhalle angemietet werden. Je nach Warenart und Umfang kommen kleinere Gewerbelager, Selfstorage-Flächen, externe Logistiklager oder andere geeignete Lagerangebote infrage.

Der wesentliche Vorteil liegt in der Flexibilität. Statt langfristig zusätzliche Betriebsfläche vorzuhalten, wird nur die Kapazität genutzt, die während des Engpasses tatsächlich benötigt wird. Das kann insbesondere bei Saisonware, Aktionsartikeln, Verpackungsmaterial, Messeausstattung, Akten oder vorübergehend nicht benötigtem Inventar wirtschaftlich sinnvoll sein.

Bei der Auswahl darf der Quadratmeterpreis allerdings nicht das einzige Kriterium darstellen. Entscheidend sind die Gesamtkosten. Dazu gehören neben der Miete beispielsweise Transportkosten, Fahrzeiten, Be- und Entladung sowie gegebenenfalls zusätzliche Dienstleistungen.

Welche Waren eignen sich für eine Auslagerung?

Besonders geeignet sind Gegenstände, auf die nicht permanent zugegriffen werden muss. Dazu können Reservebestände, Marketingmaterial, Ersatzmöbel, saisonale Waren oder bestimmte Verpackungsmaterialien gehören.

Bei empfindlichen Gütern sind zusätzliche Anforderungen zu berücksichtigen. Elektronik, Papier, Textilien oder bestimmte Rohstoffe können auf Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen reagieren. Hochwertige Waren erfordern wiederum angemessene Sicherheitsmaßnahmen. Gefahrstoffe, Lebensmittel, Arzneimittel und andere regulierte Produkte können besonderen Lagerbedingungen unterliegen und dürfen nicht ohne Prüfung in beliebige Räume verlagert werden.

Vor Vertragsabschluss sollte daher eindeutig geklärt sein, welche Güter eingelagert werden dürfen, welche Bedingungen am Lagerort herrschen und welche Sicherheitsvorkehrungen bestehen. Ebenso relevant ist die Versicherungsfrage. Der bestehende betriebliche Versicherungsschutz deckt eine Auslagerung nicht zwangsläufig in jedem Fall und in jeder Höhe ab.

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Ein weiteres Auswahlkriterium ist der Zugang. Bei täglich benötigten Waren können lange Anfahrtswege die Logistik erheblich verteuern. Bei selten benötigten Archivbeständen fällt die Entfernung dagegen wesentlich weniger ins Gewicht.

Lagercontainer und mobile Lösungen prüfen

Nicht jeder Platzengpass erfordert zusätzliche Räume in einem Gebäude. Steht auf dem Betriebsgelände eine geeignete Fläche zur Verfügung, können Lagercontainer oder andere mobile Lagereinheiten eine praktische Zwischenlösung darstellen. Besonders interessant ist diese Möglichkeit, wenn Material unmittelbar am Standort verfügbar bleiben soll.

Container eignen sich beispielsweise für robuste Betriebsmittel, bestimmte Werkzeuge, Verpackungsmaterial oder Waren, deren Lagerbedingungen mit der jeweiligen Ausführung vereinbar sind. Der Vorteil liegt in kurzen Wegen und einer vergleichsweise schnellen Bereitstellung.

Allerdings ist ein Container nicht automatisch für jedes Lagergut geeignet. Temperatur, Kondensation, Feuchtigkeit, Belüftung und Einbruchschutz müssen berücksichtigt werden. Gerade bei starken Temperaturschwankungen kann sich Kondenswasser bilden. Empfindliche Elektronik, Dokumente oder feuchtigkeitsempfindliche Materialien benötigen deshalb gegebenenfalls klimatisch besser geeignete Lösungen.

Standort sorgfältig auswählen

Auch die Aufstellung selbst verlangt Planung. Der Untergrund muss für die vorgesehene Belastung geeignet sein, Zufahrten dürfen nicht beeinträchtigt werden und betriebliche Verkehrswege müssen funktionsfähig bleiben. Je nach Standort, Größe, Nutzungsdauer und örtlichen Vorschriften können außerdem baurechtliche oder andere öffentlich-rechtliche Anforderungen relevant sein.

Ein Container sollte daher nicht allein danach positioniert werden, wo gerade eine freie Ecke vorhanden ist. Zufahrt für Lieferfahrzeuge, Abstand zu Gebäuden, Brandschutz, Entwässerung, Beleuchtung und sichere Zugänglichkeit spielen ebenfalls eine Rolle.

Bei häufiger Be- und Entladung ist zusätzlich der Materialfluss zu betrachten. Liegt die mobile Lagerfläche auf der gegenüberliegenden Seite eines stark frequentierten Betriebshofes, entstehen möglicherweise neue Risiken und unnötige Transportwege.

Mobile Lagerlösungen sind deshalb besonders sinnvoll, wenn sie tatsächlich in die vorhandenen Betriebsabläufe integriert werden können. Als wahllos platzierte Zusatzfläche lösen sie zwar das unmittelbare Raumproblem, können gleichzeitig jedoch neue organisatorische Schwierigkeiten verursachen.

Lagerbestände gezielt reduzieren

Platzmangel ist häufig ein Symptom hoher Bestände. Besonders bei Unternehmen mit vielen Artikelvarianten können kleine Überbestände in zahlreichen Produktgruppen zusammen erhebliche Flächen beanspruchen.

Eine Bestandsanalyse sollte deshalb prüfen, welche Waren tatsächlich benötigt werden. Hilfreich ist die Betrachtung von Umschlagshäufigkeit und Reichweite. Artikel mit regelmäßigem Verbrauch benötigen angemessene Sicherheitsbestände. Waren, die seit Monaten oder länger nicht bewegt wurden, sollten dagegen genauer untersucht werden.

Mögliche Ursachen für solche Bestände sind zu große Bestellmengen, veränderte Nachfrage, Sortimentswechsel, Mindestabnahmemengen oder fehlende Abstimmung zwischen Einkauf und Lager.

Beschaffung und Lager gemeinsam betrachten

Eine kurzfristige Räumungsaktion hilft wenig, wenn der Einkauf wenige Wochen später dieselben Flächen erneut füllt. Nachhaltige Flächenentlastung erfordert deshalb eine Verbindung zwischen Bestandsmanagement und Beschaffung.

Kleinere, dafür häufigere Lieferungen können den durchschnittlichen Lagerbestand reduzieren. Diese Strategie funktioniert allerdings nur, wenn Lieferanten zuverlässig liefern und zusätzliche Bestell- oder Transportkosten wirtschaftlich vertretbar bleiben. Eine reine Reduzierung der Sicherheitsbestände kann bei instabilen Lieferketten dagegen Produktionsausfälle verursachen.

Auch Liefertermine lassen sich teilweise besser koordinieren. Treffen mehrere große Lieferungen gleichzeitig ein, entsteht kurzfristig ein Flächenbedarf, der im normalen Betriebsablauf überhaupt nicht vorhanden wäre. Zeitlich versetzte Anlieferungen können solche Spitzen reduzieren.

Bei nicht mehr benötigten Waren kommen je nach Situation Rückgabe an Lieferanten, Abverkauf, interne Weiterverwendung, Verkauf, Recycling oder Entsorgung infrage. Entscheidend ist, Bestände nicht allein deshalb dauerhaft aufzubewahren, weil irgendwann theoretisch ein Bedarf entstehen könnte.

Büroflächen bei kurzfristigem Platzmangel organisieren

Platzprobleme betreffen nicht nur Lager und Produktion. Wächst die Zahl der Beschäftigten schneller als erwartet oder fallen Räume wegen Renovierungsarbeiten aus, können auch Büroarbeitsplätze knapp werden.

Eine kurzfristige Verdichtung bestehender Büros ist nur begrenzt sinnvoll. Zusätzliche Schreibtische verändern Bewegungsflächen, Laufwege, Raumklima, Lärmbelastung und Arbeitsbedingungen. Räume, die ursprünglich für eine bestimmte Nutzung geplant wurden, sollten deshalb nicht beliebig mit weiteren Arbeitsplätzen gefüllt werden.

Mögliche Alternativen sind zeitweise angemietete Büroflächen, Coworking-Angebote, Projektbüros oder geeignete mobile Raumsysteme. Auch eine organisatorische Entzerrung kann helfen, wenn die Tätigkeit dafür geeignet ist und die betrieblichen Voraussetzungen bestehen.

Flächen nach Funktion priorisieren

Nicht jede Tätigkeit benötigt dauerhaft einen persönlich zugeordneten Schreibtisch. Gleichzeitig eignet sich ein flexibles Arbeitsplatzkonzept nicht automatisch für jeden Betrieb. Beschäftigte mit speziellen Geräten, vertraulichen Unterlagen oder besonderen ergonomischen Anforderungen können feste Arbeitsplätze benötigen.

Bei kurzfristigem Platzmangel sollte deshalb nach Funktionen unterschieden werden. Tätigkeiten mit zwingender Standortbindung bleiben vor Ort. Projektteams oder administrative Aufgaben können gegebenenfalls räumlich anders organisiert werden. Besprechungsräume sollten nicht dauerhaft zu improvisierten Büros umfunktioniert werden, wenn dadurch wichtige betriebliche Funktionen verloren gehen.

Temporäre Bürolösungen müssen zudem dieselben grundlegenden Anforderungen an sichere und geeignete Arbeitsbedingungen erfüllen wie andere Arbeitsbereiche. Eine Abstellfläche wird nicht allein dadurch zu einem geeigneten Büro, dass dort Tisch, Stuhl und Notebook aufgestellt werden.

Produktionsflächen nicht mit Lagerbeständen blockieren

In produzierenden Unternehmen entsteht Platzmangel besonders häufig an den Schnittstellen zwischen Lager, Fertigung und Versand. Rohmaterial wartet auf Verarbeitung, Zwischenprodukte sammeln sich vor dem nächsten Arbeitsschritt und fertige Waren belegen Flächen, weil Abholungen verzögert wurden.

In solchen Fällen wäre zusätzliche Lagerfläche zwar eine mögliche Lösung, beseitigt aber nicht unbedingt die Ursache. Hohe Zwischenbestände können auf unausgeglichene Prozesse hinweisen. Produziert eine Station schneller, als der folgende Prozessschritt aufnehmen kann, entsteht zwangsläufig ein Puffer.

Eine Analyse des Materialflusses kann deshalb wertvoller sein als die reine Suche nach weiteren Quadratmetern. Zu prüfen sind Wareneingang, Zwischenlager, Produktionsversorgung, Fertigwarenbereich und Versand.

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Engpässe im Materialfluss beseitigen

Ein typisches Beispiel ist eine Produktion, die große Chargen fertigt, obwohl der Versand oder der nächste Bearbeitungsschritt kleinere Mengen benötigt. Die Produkte warten anschließend auf Paletten und beanspruchen wertvolle Fläche. Kleinere Losgrößen oder eine besser abgestimmte Produktionsplanung können den Platzbedarf reduzieren.

Ähnliches gilt für den Wareneingang. Materialien sollten nicht unnötig lange in der Annahme stehen bleiben. Klare Verantwortlichkeiten und festgelegte Lagerplätze verkürzen die Zeit zwischen Anlieferung und Einlagerung.

Fertigwaren wiederum sollten möglichst passend zu bestätigten Versandterminen bereitgestellt werden. Verzögerte Abholungen können sonst innerhalb kurzer Zeit erhebliche Flächen blockieren.

Zusätzlicher Raum ist deshalb besonders dann sinnvoll, wenn der Platzbedarf tatsächlich durch höheres Geschäftsvolumen entsteht. Werden dagegen hauptsächlich organisatorische Verzögerungen räumlich abgefedert, wächst mit zusätzlicher Fläche häufig nur der Bestand.

Sicherheit trotz Platzmangel gewährleisten

Zeitdruck darf nicht dazu führen, dass Lagergut auf Fluchtwegen, vor Notausgängen oder in notwendigen Verkehrsbereichen abgestellt wird. Arbeitsstätten müssen so betrieben werden, dass Gefährdungen möglichst vermieden und verbleibende Risiken möglichst gering gehalten werden. Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge müssen nutzbar bleiben.

Auch die freie Bewegungsfläche am Arbeitsplatz darf nicht durch zusätzliche Lagerung unangemessen eingeschränkt werden. Werden Regale ergänzt oder Lagerbereiche verändert, sind außerdem Belastbarkeit, Standsicherheit, sichere Zugänge und mögliche Gefahren durch herabfallende Gegenstände zu berücksichtigen.

Brandschutz verdient besondere Aufmerksamkeit. Mehr Waren bedeuten je nach Material möglicherweise auch eine veränderte Brandlast. Feuerlöscheinrichtungen müssen erreichbar bleiben. Provisorisch abgestellte Paletten oder Kartons dürfen deshalb weder Feuerlöscher noch sicherheitsrelevante Einrichtungen verdecken.

Provisorien kontrolliert einsetzen

Kurzfristige Lösungen sind im betrieblichen Alltag unvermeidbar. Problematisch werden sie, wenn niemand festlegt, wie lange sie bestehen dürfen. Ein zusätzlicher Abstellbereich sollte daher einen Verantwortlichen, eine maximale Kapazität und einen festgelegten Nutzungszeitraum erhalten.

Hilfreich sind sichtbare Bodenmarkierungen und eindeutig definierte Stellplätze. Dadurch lässt sich verhindern, dass sich temporäre Lagerbereiche schleichend auf Verkehrsflächen ausdehnen.

Auch neue externe oder mobile Flächen sollten in die betriebliche Organisation aufgenommen werden. Zuständigkeiten für Schlüssel, Zugang, Bestandskontrolle, Warentransporte und Sicherheitsprüfungen müssen eindeutig geregelt sein.

Bei größeren Veränderungen kann zudem eine Anpassung der Gefährdungsbeurteilung erforderlich sein. Aus einem reinen Platzproblem kann sonst schnell ein Sicherheitsproblem entstehen.

Kosten verschiedener Lösungen richtig vergleichen

Die günstigste Miete ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung. Für einen belastbaren Vergleich müssen sämtliche Folgekosten betrachtet werden.

Bei einer externen Lagerfläche entstehen möglicherweise zusätzliche Transporte. Wird das Lager mehrmals täglich angefahren, können Personalkosten, Fahrzeugkosten und verlorene Arbeitszeit erheblich sein. Ein näher gelegenes, etwas teureres Lager kann unter diesen Bedingungen insgesamt günstiger ausfallen.

Bei Selfstorage oder kleineren Lagereinheiten spielen außerdem Zugangszeiten, Anlieferungsmöglichkeiten und verfügbare Transporthilfen eine Rolle. Müssen schwere Waren regelmäßig über lange Wege bewegt werden, ist eine günstige Fläche ohne geeignete Ladezone möglicherweise ungeeignet.

Container am eigenen Standort vermeiden externe Fahrten, können dafür Kosten für Anlieferung, Aufstellung, Miete, Sicherung und spätere Abholung verursachen.

Kurzfristige und dauerhafte Kosten trennen

Bei einem Engpass von wenigen Wochen stehen flexible Lösungen im Vordergrund. Eine langfristige Gewerbemiete verursacht möglicherweise Verpflichtungen, die weit über den eigentlichen Bedarf hinausreichen.

Besteht der Platzmangel dagegen seit Monaten und wächst kontinuierlich, können wiederkehrende Kosten für externe Zwischenlager irgendwann höher ausfallen als die Kosten einer dauerhaften Erweiterung.

Für eine wirtschaftliche Entscheidung sollte deshalb nicht nur ein Monatsbetrag verglichen werden. Aussagekräftiger sind die Gesamtkosten für den erwarteten Nutzungszeitraum einschließlich Transport, Personalaufwand, Einrichtung und Rückbau.

Hinzu kommen schwer messbare Faktoren. Häufige Fahrten zu einem Außenlager können Prozesse verlangsamen. Eine schlecht organisierte interne Verdichtung kann wiederum Suchzeiten erhöhen und Fehler verursachen. Wirtschaftliche Flächennutzung bedeutet daher nicht, möglichst wenig für Raum auszugeben, sondern Waren, Menschen und Betriebsmittel mit vertretbarem Aufwand am richtigen Ort unterzubringen.

Einen kurzfristigen Maßnahmenplan erstellen

Bei akutem Platzmangel hilft ein klarer Ablauf mehr als einzelne spontane Räumaktionen. Zunächst wird ermittelt, welche Bereiche tatsächlich überlastet sind und wodurch der Engpass entstanden ist. Anschließend werden nicht benötigte Gegenstände entfernt und vorhandene Flächen neu geordnet.

Im nächsten Schritt erfolgt eine Prognose für die kommenden Wochen. Erwartete Wareneingänge, Produktionsmengen, Abholungen und saisonale Veränderungen gehören in diese Betrachtung. Dadurch wird sichtbar, ob die interne Optimierung ausreicht.

Bleibt eine Flächenlücke bestehen, wird entschieden, welche Bestände ausgelagert werden können. Selten benötigte und unkompliziert transportierbare Waren eignen sich meistens zuerst. Häufig benötigte Materialien verbleiben möglichst am Hauptstandort.

Danach werden passende externe oder mobile Lösungen anhand von Standort, Lagerbedingungen, Vertragsdauer, Zugang, Sicherheit und Gesamtkosten verglichen.

Nach dem Engpass die Ursache auswerten

Nach Ende der akuten Situation sollte geprüft werden, warum der Platzmangel entstanden ist. Handelte es sich um eine einmalige Lieferüberschneidung, besteht kaum Handlungsbedarf. Wiederholt sich die Situation regelmäßig, deutet sie auf ein strukturelles Problem hin.

Möglicherweise sind Mindestbestände zu hoch angesetzt, Lagerplätze schlecht organisiert oder Beschaffung und Absatz nicht ausreichend aufeinander abgestimmt. Ebenso kann dauerhaftes Unternehmenswachstum dazu führen, dass die vorhandene Fläche objektiv nicht mehr genügt.

Eine einfache Kennzahl kann frühzeitig warnen: die tatsächliche Belegung im Verhältnis zur praktisch nutzbaren Lagerkapazität. Eine theoretisch freie Restfläche hilft wenig, wenn nur noch verstreute Einzelplätze verfügbar sind und zusammenhängende Wareneingänge nicht mehr aufgenommen werden können.

Werden Kapazitätsgrenzen früh erkannt, lassen sich externe Flächen oder dauerhafte Erweiterungen geplant beschaffen. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von teuren Notlösungen.